Deutschland erkennt mehr ausländische Abschlüsse an

Während Deutschland versucht, kritische Lücken mit seinen Fachkräften zu schließen, erkennen Beamte mehr ausländische Berufsabschlüsse an. Krankenschwestern, Ärzte und andere Angehörige der Gesundheitsberufe hatten die höchsten Zulassungsquoten. Deutschland hat im vergangenen Jahr 36.400 Berufsabschlüsse für ausländische Privatpersonen anerkannt - 20% mehr als im Jahr 2017, so die Jüngsten am Mittwoch veröffentlichten Regierungsdaten.

Knapp zwei Drittel der ausländischen Fachkräfte, die die Anerkennung ihrer Qualifikationen beantragt und ihre Bewerbung genehmigt bekamen, waren im Gesundheitswesen tätig. Unter diesen wurden 7.200 medizinische Abschlüsse für Ärzte entweder vollständig oder teilweise genehmigt, sowie 10.400 Qualifikationen für Krankenpfleger und andere Angestellte des Gesundheitswesens. Zu den bekanntesten Berufen gehörten Ingenieure und Lehrer.

Deutschland hat versucht, die Zahl der Fachkräfte in kritischen Bereichen wie Pflege, Seniorenbetreuung und frühkindliche Bildung zu erhöhen - und Programme durchgeführt, um die Attraktivität der Berufe für Arbeitnehmer im In- und Ausland zu erhöhen. Insgesamt sei das Beschäftigungsniveau in Deutschland hoch, sagte der Präsident des Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts (DIW), Marcel Fratzscher, gegenüber der DW.

Syrien führt die Zulassungsliste an deren Abschlüsse und Qualifikationen genehmigt wurden. Deutschland hat im vergangenen Jahr rund 4.800 Anträge anerkannt. Bosnien und Herzegowina belegte mit 3.000 anerkannten Qualifikationen den zweiten Platz, gefolgt von Serbien mit 2.100 und Polen mit 2.000. Die Zahl der Bewerbungen mit philippinischem Abschluss hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, von 744 Bewerbungen im Jahr 2017 auf 1.605 im Jahr 2018. Auch die Zahl der Bewerbungen aus dem Ausland hat im vergangenen Jahr zugenommen, so das Bildungsministerium. Im Ausland beantragten 5.958 Personen die Anerkennung ihres Abschlusses, im Jahr 2017 waren es noch 3.597. Über 50% der Bewerbungen wurden von Frauen eingereicht. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek lobte den Anstieg der anerkannten Abschlüsse und sagte, das Zulassungsverfahren fördere sowohl Unternehmen als auch Fachkräfte. "Gleichzeitig wird die rasche Integration von Zuwanderern in eine qualifizierte Beschäftigung erleichtert und damit der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt", heißt es in einer Erklärung von Karliczek. Wenn ein im Ausland ausgestellter Abschluss oder eine Berufsbescheinigung anerkannt wird, kann die Person in einem reglementierten Beruf in Deutschland Karriere machen.