Dax: Wall Street zieht den deutschen Leitindex runter Bayer kämpft sich an die Spitze, Hugo Boss berappelt sich

Die schwächelnde Wall Street hat den Dax am Donnerstag fast seine gesamten Tagesgewinne gekostet. Der deutsche Leitindex hatte nach der Feiertagspause zeitweise den höchsten Stand seit Ende September erreicht, verlor dann jedoch an Schwung und schloss 0,01 Prozent höher bei 12.345,42 Punkten. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch nicht wie von manchem Anleger erhofft eine Leitzinssenkung in Aussicht gestellt, um die Konjunktur anzukurbeln.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,63 Prozent auf 25.881,58 Punkte. Nach der Rally der vergangenen Monate sei „eine Konsolidierung weiterhin nötig“, hieß es im Börsenbrief „AB-Daily“ von Bernecker.

Volkswagen – Kernmarke zeigt sich robust

Hierzulande ging die Berichtssaison der Unternehmen in eine neue Runde. So war der Autobauer Volkswagen zwar zu Jahresbeginn von schwächeren Verkäufen sowie Sondereinflüssen für Rechtsrisiken in Milliardenhöhe belastet worden. Allerdings hatte die Marke Volkswagen besser abgeschnitten als erwartet. Die Vorzugsaktien der Wolfsburger stiegen um 3,68 Prozent.

Bayer kämpft sich an die Dax-Spitze

An der Dax-Spitze zogen die Papiere von Bayer noch etwas stärker an. Einem Händler zufolge profitierten die Aktien des Agrarchemie- und Pharmakonzerns davon, dass die US-Umweltbehörde EPA das Pflanzenschutzmittel Glyphosat der US-Tochter Monsanto bei vorschriftsmäßiger Anwendung weiterhin nicht für krebserregend hält.

Fresenius startet stark ins Jahr

Der Medizinkonzern Fresenius war nach den Vorjahresturbulenzen mit einem überraschend starken Wachstum ins Jahr 2019 gestartet. Zudem habe die Dialyse-Tochter FMCordentliche Ergebnisse vorgelegt, schrieb Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan. Die Aktien beider Unternehmen legten moderat zu.

Hugo Boss strauchelt und fängt sich wieder

Die Anteilscheine von Hugo Boss machten zwischenzeitliche Verluste von 5,5 Prozent fast vollständig wett und gingen minimal tiefer aus dem Handel. Der Modekonzern hatte zwar wegen höherer Aufwendungen für den Konzernumbau rückläufige Gewinne verzeichnet. Einige Analysten aber sehen bereits das Ende der Durststrecke erreicht.

Zalando muss Gewicht ablassen

Bei Zalando stand nach den vollständigen Quartalszahlen ein Minus von mehr als 3 Prozent zu Buche. Der Online-Modehändler hatte zwar dank der Bestellfreudigkeit seiner Kunden den Umsatz im ersten Quartal deutlich gesteigert. Doch angesichts der bereits bekannten Eckdaten habe es nur wenig Raum für Überraschungen gegeben, hieß es bei JPMorgan.

Nemetschek stolpert ans MDax-Ende

Am MDax-Ende litten die Papiere des Bausoftwareherstellers Nemetschek unter Gewinnmitnahmem und knickten um 7,66 Prozent ein. Spitzenreiter waren die Anteilscheine von ProSiebenSat.1 mit einem Plus von gut 5 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns hatte erneut Aktien seines Unternehmens erworben.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,73 Prozent auf 3488,93 Punkte. Auch die nationalen Indizes in Paris und London gaben nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende ebenfalls im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,04 Prozent am Dienstag auf minus 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 142,79 Punkte. Der Bund-Futuregab um 0,12 Prozent auf 165,14 Punkte nach.

Der Kurs des Euro fiel und notierte zuletzt bei 1,1183 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1212 (Dienstag: 1,1218) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8920 (0,8914) Euro gekostet.

Quelle: onvista/dpa-AFX