Tesla: Runde 5 eingeläutet Goldman Sachs sieht das Kursziel 30 Prozent tiefer

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Es wirkt schon fast wie ein Boxkampf zwischen Tesla-Chef Elon Musk und Goldman Sachs Analyst David Tamberrino. Der Experte begleitet die Entwicklung des Elektroauto-Pioniers schon eine lange Zeit. Wer seine Analysen regelmäßig verfolgt, der kann schnell zu dem Schluss kommen, dass er einer der größten Pessimisten ist, wenn es um die Entwicklung von Tesla und der dazugehörigen Aktie geht. Tamberrino wird in diesem Schlagabtausch auch nicht müde. Heute hat er die nächste Runde eingeläutet.

In diesem Jahr hat sich Tamberrino schon 5 Mal zu Tesla zu geäußert. Sein Ergebnis ist jedes Mal dasselbe: „Sell“ – Begründung und Kursziel variieren allerdings.

Anfang Februar war in diesem Jahr der Startpunkt für den Analysten von Goldman Sachs. Aus Enttäuschung über das 4. Quartal bestätigte Tamberrino seine Verkaufseinschätzung und setze das Kursziel von 215 auf 205 Dollar runter.

Im April lieferte der Goldman-Analyst die nächste Studie. Das Votum lautete wieder „Sell“ und das Kursziel wurde von 205 auf 195 Dollar gesenkt. Diesmal störte Tamberrino die verfehlte Produktionsmenge und er spekulierte darüber, dass Tesla frisches Kapital benötigen könnte.

Nicht mal einen Monat später legte David Tamberrino nach. Einschätzung und Kursziel blieben – sie werden es erahnen – gegenüber April gleich, nur diesmal hatte er ein anderes Haar in der „Tesla-Suppe“ gefunden. Eine steigende Nettoverschuldung und schwächere Margen.

Anfang Juli folgte der nächste Streich. An seiner Einschätzung änderte der US-Analyst erneut nichts. Die aufkommende gute Stimmung durch das Erreichen des Produktionszieles bei Tesla musste natürlich aus dem Hause Goldman Sachs eingetrübt werden. Hinter den Erwartungen liegenden Auslieferungen und eine Nachfrage, die Sorge bereite, wurden dafür angeführt.

Heute meldet sich der Goldman Sachs Analyst erneut. Kurzfristig könnten sich zwar die Produktion und Auslieferung des „Model 3“ im zweiten Halbjahr positiv auf die freien Barmittel auswirken, schrieb der amerikanische Analyst in seiner Studie. Dieser Rückenwind dürfte anschließend jedoch wieder nachlassen, da positive Effekte beim Betriebskapital ausliefen und die Ausgaben des Herstellers von Elektrofahrzeugen wieder steigen dürften. Mittel- bis langfristig drohe zudem Konkurrenz durch Elektrofahrzeuge der großen Automobilhersteller.

Klar, für David Tamberrino gibt es nur ein Votum: „Sell“ – Was aber auffällt: Gegenüber der Analyse von Anfang Juli hat der Goldman Sachs Analyst das Kursziel erhöht. Von 195 geht es rauf auf 210 Dollar. Ist Herrn Tamberrino ein Fehler unterlaufen oder hat er vielleicht doch etwas Positives bei Tesla gefunden?

Sollte dem tatsächlich so sein, nützt es der Aktie heute allerdings nichts. Das Tesla-Wertpapier verliert heute über 2 Prozent und liegt bei 293 Dollar. Noch reichlich Luft bis zum ausgerufenen Kursziel von Goldman Sachs. Aber ich bin mir sicher, dass David Tamberrino Tesla weiterhin sehr kritisch begleiten wird.

Von Markus Weingran onvista